Bautzen – die verpasste Chance (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Marcel Fischer 
Glaubt man den Kommentaren in Facebookgruppen aus und über Bautzen ist die Spreestadt eine schöne und vor Allem einzigartige Stadt. Schön ist Bautzen auf jeden Fall, aber einzigartig? Nein, das ist die Stadt nichtmal in Ostsachsen. Hoyerswerda, Görlitz und Zittau haben beispielsweise ähnliche Einwohnerzahlen wie Bautzen. Insbesondere Görlitz hat eine Altstadt, die Bautzen in nichts nachsteht. Die Städte haben auch noch eine weitere Gemeinsamkeit: ein Bevölkerungsrückgang im Vergleich zu 1990. Die Tendenz ist weiter sinkend.

Weniger Menschen bedeuten weniger Kaufkraft. Die Läden sterben. Wenn Läden sterben, fallen Arbeitsplätze weg. Die Kaufkraft und Steuereinnahmen sinken. Damit kann auch die Kommune weniger Investitionen tätigen als ihr lieb ist. Das ganze ist im schlimmsten Fall ein Teufelskreis.

Die Ursachen dafür sind komplex, lassen sich aber folgendermaßen zusammenfassen: Es sterben mehr Menschen als geboren werden und es ziehen mehr Menschen weg als zuziehen. Dass mehr Menschen sterben als geboren werden, lässt sich in ziemlich allen großen Industrienationen erkennen. Dank dem Zuzug von Geflüchteten stieg die Einwohnerzahl Bautzens kurzzeitig wieder über die Marke von 40.000. Jetzt sinkt sie wieder. Hier hat Bautzen eine Chance verpasst. Die Ausschreitungen am Kornmarkt waren da nur die Spitze des Eisberges. Rassismus ist in Bautzen eher Normalität als Randerscheinung. Darüber berichten z. B. mehrere Frauen auch eine Studie beschäftigt sich mit dem Thema. Die Reaktion vieler Bautzener ist zumindest in den sozialen Medien oft gleich: „Rassismus? Gibt es nicht in Bautzen! Das ist nur die Lügenpresse!“ Sogar die Existenz der Menschen, die über ihre Erfahrungen mit Rassismus sprechen, wird in Abrede gestellt.

Diese Haltung wird letztlich die negative Einwohnerentwicklung Bautzens nur verschärfen und somit auch Bautzen schaden. Das sollte Allen klar sein, die Rassismus in Bautzen verbreiten.

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