Kundgebung: Fakten statt „Fake News“ – Sonntag 25. November 2018 in Bautzen/Budyšin

Am Sonntag wird sich zum vierten Mal eine Gruppierung in Bautzen/Budyšin versammeln, die sich gegen den UN-Migrationspakt stellt. Bei den letzten Versammlungen wurden durch „Fake News“ Ängste in der Bevölkerung geschürt bzw. verstärkt. Im Aufruf wird unter anderem behauptet, dass es durch die Unterzeichnung des Paktes zur „Zerstörung unserer Heimat, unserer Kultur/Identität“ und „noch mehr Mord, Vergewaltigungen, Raub, Drogen…“ komme. Wie in der Sächsischen Zeitung am Montag zu lesen war, sagte ein Redner bei der letzten Kundgebung, dass er auf dem Platz weite Teile der Stadtgesellschaft sehe. Dies behauptet er über eine Versammlung von 250 Menschen, bei der auch bekannte Teilnehmer aus Dresden und Umgebung sowie die vom Verfassungsschutz beobachtete rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ zugegen war.

Dem wollen wir, der Stadtverband von Bündnis 90/Die Grünen, der Stadtverband der SPD sowie die Fraktion von Die Linke im Stadtrat Bautzen mit weiteren Akteuren, ein sachliches Zeichen entgegen setzen. Wir wollen zeigen, dass die Stadtgesellschaft von Bautzen/Budyšin sich nicht unwidersprochen mit Rechtsextremen auf einen Platz stellt und gegen den UN-Migrationspakt “Fake News” in Umlauf bringt, sondern wir werden uns versammeln, über die Fakten zum Pakt reden und uns über das Miteinander in der Stadt austauschen.

Beginn der Versammlung ist um 15 Uhr in der Schilleranlage am Platz vor dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater.

Ostritz (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Nico Brachtel 

Das Zweite Mal in diesem Jahr fand das Rechtsrockfestival „Schild und Schwert“ im Hotel Neisseblick in der kleinen Stadt an der sächsisch-polnischen Grenze Ostritz statt.
Dieses Mal, am 03.11.2018, kamen etwa 500 Neonazis zu der „Versammlung“, früher am Tag waren ca. 300 Gegendemonstrierende in der Stadt.

Soviel zu den Eckdaten. Ich dachte bisher, dass ich mich noch wenig schocken kann, was in der rechtsradikalen Szene zu finden ist, aber was ich da an geballtem Hass, Hetze, NS-Verherrlichung und blankem Neonazismus sah, schockt mich bis jetzt, wenn ich an die Bilder denke. Ich komme aus Freital, bin in der Kleinstadt bei Dresden aufgewachsen und wurde dort auch politisiert. War Betroffener der Rechtsterroristen der Gruppe Freital und stand im Fokus der rechten Szene vor Ort.

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