Protokoll des Behördenversagens (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Bruno Rössel (Helferkreis Neukirch und Pate bei „Bautzen bleibt bunt“)

Schließung der Gemeinschaftsunterkunft Neukirch:
Wie die Bautzener Ausländerbehörde Integrationsverweigerung betreibt und die Öffentlichkeit belügt.

Am 17. Januar klingelte bei den Aktiven des Neukircher Helferkreises, der seit einigen Jahren schon Geflüchtete beim Ankommen im Ort unterstützt, das Telefon. Die Ausländerbehörde des Landkreises Bautzen teilte mit, dass die Gemeinschaftsunterkunft im Ort zum 30. April 2018 geschlossen werde – und bot Zusammenarbeit an. Ein Angebot, das uns überraschte – die Antirassist*innen und Unterstützer*innen von Geflüchteten im Landkreis wissen, was gemeint ist – und mit Hoffnung erfüllte. Hoffnung darauf, dass es uns gelingen könnte, wenigstens die Asylsuchenden in Neukirch zu halten, die eine Arbeit gefunden, eine Ausbildung begonnen haben, oder in der Umgebung zur Schule gehen. Sie alle haben Pat*innen und Freund*innen gefunden, und enorme Fortschritte bei der Integration erzielt. Dass diese Hoffnung enttäuscht werden sollte, ahnten zu diesem Zeitpunkt wohl nur wenige.

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Die Abwesenheit von Naziaufmärschen beutetet nicht die Abwesenheit von Nazis

Immer wieder bekommt man zu hören, dass Angriffe auf junge Refugees und junge Linke nur ein „Streit unter Jugendlichen“ sei, dass sie sich ja gegenseitig provoziert hätten. Das macht traurig, wenn man die Situation hier erlebt und immer wieder davon berichtet bekommt. Deshalb bin ich dankbar, dass sich das Integrationsteam Steinhaus Bautzen die Mühe gemacht hat und in der Zeit vom 25. März bis zum 10. April 2018 „Alltagserfahrungen“ von Frauen in Bautzen zusammengestellt hat. Diese wurden in einer Sektion bei der Konferenz „Polizei – Nächstenliebe – Zivilgesellschaft“ in Bautzen diskutiert. Ich gebe Euch die Stichpunkte der Auswertung hier wieder. Sie geben einen guten Überblick, in welchen Situationen sich Frauen in Bautzen im Alltag bewegen müssen, was sie dazu sagen, aber auch offene Fragen, die bei ihnen zurück bleiben. Ich habe die Zusammenstellung der Aussagen, die vom Integrationsteam erhoben wurden, nicht weiter bearbeitet. Sie sind aus meiner Sicht so eindrücklich und schockierend, dass ich keine redaktionelle Bearbeitung vornehmen möchte.

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Landkreis Bautzen stolpert ins Neuland (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Marcel Fischer

Der Landkreis Bautzen wagt sich anlässlich des bevorstehenden 10-jährigen Jubiläums in die sozialen Medien. Der Start kann aber getrost als Reinfall bezeichnet werden. Allerdings ist auch nicht alles schlecht. Schließlich hat der Landkreis StudiVZ nicht als das führende Netzwerk ausgemacht, sondern hat sich auf Facebook und Twitter angemeldet.

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Welche Strategie verfolgt die Neue Rechte? Teil II (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Birgit Kieschnick

Heute: Neue Rechte in Bautzen – Besetzung des öffentlichen Raumes

2014 drückte man mir auf dem Kornmarkt einen Zettel in die Hand – „Ist ja schön, dachte ich, dass es wieder mal Friedensdemonstrationen gibt!“ Da ich am Montag immer vor meiner Sport-Stunde am Kornmarkt vorbeikam, hörte ich auch den Rednern zu. Mir war recht schnell klar, dass hier was nicht stimmt. Welche Strategie verfolgt die Neue Rechte? Teil II (Gastbeitrag) weiterlesen

Bautzen und die Sorge ums Image – eine Initiativbewerbung als Marketingleiter von Siegfried Heilmann (Gastbeitrag)

Dieser Beitrag kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

Bewerbung als Marketingleiter

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich auf die bald entstehende Stelle als Leiter des Stadtmarketings bewerben. Meine persönlichen Daten können sie meinem Lebenslauf entnehmen. Lassen sie mich Ihnen hier lieber meine Vision für Bautzen vorstellen.

Wir müssen die Schwächen der Stadt in Stärken umwandeln. So  macht es beisspielsweise die Biermarke Sternburg. Jedem ist klar, dass Sternburg nur von Punks und Hartzern getrunken wird. Und genau damit wirbt Sternburg. Bautzen hat kein Naziproblem, Bautzen hat eine Zielgruppe: auf RECHTE Deutsche.
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„Bautzen als Bayern München der Minderheitenpolitik“: Deutsch-Sorbisches Miteinander

Hier nur einige wenige Sätze zum heutigen Stadtrat und dem deutsch-sorbischen Miteinander, da mir eigentlich die Zeit zum Schreiben fehlt…

In der Sitzung des gab es heute einen Impulsvortrag von Thede Boysen, der den Stadträt*innen dazu dienen sollte eine Ideenkonferenz zum deutsch-sorbischen Miteinander in der Stadt vorzubereiten.

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Welche Strategie verfolgt die Neue Rechte? (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Birgit Kieschnick zu dem Artikel in der SZ vom 16.02.2018 zu den Ausfällen der AfD und der geäußerten Empörung durch Ministerpräsident Kretschmer.

Es lohnt sich, dazu den französischen Vordenker der Neuen Rechten  Alain de Benoist zu zitieren – sein Buch ist erschienen unter dem kämpferischen Titel: “Kulturrevolution von rechts”.

Benoist entwickelte in den frühen 80ern eine diskursive Strategie, die die deutschen Kulturrevolutionäre der Neuen Rechten sich heute begeistert aneignen: “Der Staat”, schreibt er, “kann den Besitz von Waffen oder die Verwendung von Sprengstoff verbieten, aber kann nur sehr schwer, ohne das Prinzip der freien Meinungsäußerung anzutasten, die Verbreitung eines Buches oder die Aufführung eines Schauspiels verbieten, die jedoch, wenn es darauf ankommt, Waffen darstellen können, die gegen ihn gerichtet werden”. Was Benoist meint: Besteht auf Eurem Recht, öffentlich Eure Meinung zu sagen – solang, bis es euren liberalen Gegnern zu viel wird – und sie ihre eigenen Wertvorstellungen aufgeben müssen. Kurzum: Lasst das System an sich selbst zugrunde gehen. (entnommen einem Beitrag im DLF von Kolja Mensing) Welche Strategie verfolgt die Neue Rechte? (Gastbeitrag) weiterlesen

Kommentar: Bautzen – dein Image (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Marcel Fischer

Bautzen: Hauptstadt der Sorben, Stadt der Türme, Standtort der ersten Simultankirche Deutschlands. Das ist Bautzen. Und über die schönen Seiten Bautzens lässt sich stundenlang reden. Trotzdem hat die Stadt insbesondere den Ruf als „Knaststadt“. Eine, von der Stadt in Auftrag gegebene, Studie kommt zu dem Schluss, dass beim Marketing noch Luft nach oben ist [1]. Deshalb sollen jetzt die internen Strukturen verändert werden. Das ist wichtig und richtig, wird aber nicht ausreichen, denn Bautzen hat auch noch ein anderes Imageproblem: Bautzen gilt als Nazihochburg. Kommentar: Bautzen – dein Image (Gastbeitrag) weiterlesen

Würdiges Gedenken in Bautzen gestört durch den Finanzbürgermeister

Tief hängen die Wolken, der Regen hat aufgehört, dennoch liegt ein Dunst über den Wiesen zwischen Bautzen und Grubschütz. Im Hintergrund des Gedenksteins hängt eine einst stattliche Birke vom Sturm verdreht und gebrochen. Auf der anderen Seite plätschert die Spree. Viele Menschen aus Bautzen und Umgebung haben sich heute an dem Gedenkstein eingefunden „zum Gedenken an die Menschen, die während des Nationalsozialismus zwischen 1940 und 1945 in der Waggon- und Maschinenfabrik Bautzen Zwangsarbeit leisten mussten“. Sie gedachten Menschen, die aus der Stadt und der Umgebung stammten und hier oder an anderen Orten lediglich aufgrund der Tatsache, dass sie nicht in das Bild der Nationalsozialisten passten, inhaftiert und gequält wurden, Zwangsarbeit leisten und schlussendlich in vielen Millionen Fällen ihr Leben lassen mussten.

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Kritisches und Alltägliches aus dem Leben in Bautzen/Budyšin