Ostritz (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Nico Brachtel 

Das Zweite Mal in diesem Jahr fand das Rechtsrockfestival „Schild und Schwert“ im Hotel Neisseblick in der kleinen Stadt an der sächsisch-polnischen Grenze Ostritz statt.
Dieses Mal, am 03.11.2018, kamen etwa 500 Neonazis zu der „Versammlung“, früher am Tag waren ca. 300 Gegendemonstrierende in der Stadt.

Soviel zu den Eckdaten. Ich dachte bisher, dass ich mich noch wenig schocken kann, was in der rechtsradikalen Szene zu finden ist, aber was ich da an geballtem Hass, Hetze, NS-Verherrlichung und blankem Neonazismus sah, schockt mich bis jetzt, wenn ich an die Bilder denke. Ich komme aus Freital, bin in der Kleinstadt bei Dresden aufgewachsen und wurde dort auch politisiert. War Betroffener der Rechtsterroristen der Gruppe Freital und stand im Fokus der rechten Szene vor Ort.

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Neue rechte Gruppierung in Bautzen?

Im September machte eine Direktnachricht in Bautzen die Runde und eine Privatperson veröffentlichte auf seinem Facebook-Profil den Aufruf für eine Demonstration. Man lud die Bürger der Stadt ein für „Sozialen Frieden – Innere Sicherheit“ auf die Straße zu gehen. Der sprachliche Duktus der verbreiteten Direktnachricht ließ vermuten, dass es sich bei den Organisatoren um „besorge Bürger“ handelt. Der Aufruf lautete:

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Interview mit dem “Bündnis für Demokratie und Toleranz”

Ich habe dem “Bündnis für Demokratie und Toleranz” vor einiger Zeit ein Interview gegeben. Das hatte ich hier noch gar nicht geteilt. Es geht u.a. um Bautzen und Sachsen.  Das Bündnis hat mich im Mai am “Tag des Grundgesetzes” als “Botschafterin für Demokratie und Toleranz” ausgezeichnet, was nicht allen Menschen gefallen hat.

Hier auch nochmal Film, der bei der Preisverleihung gezeigt wurde:

Alltagsrassismus (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Michelle Bray (Redebeitrag von dem Picknick “Kein Platz für Rassismus am 12. August 2018 in Bautzen) 

Alltagsrassismus. 

Das Wort wird in Bautzen häufig genutzt um Situationen zu beschreiben wie: Frau mit Kopftuch wird auf der Straße ins Gesicht gespuckt. Das ist abartig. Menschen mit Fuchterfahrung, POC und MigrantInnen werden auf der Straße, mit Schreckschusspistolen bedroht, Drohungen an Wände gesprüht. Das ist ekelhaft. Und Rassismus. Und Alltag. Hier. Jetzt.  

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Ein Nachruf auf die Drews-Debatte (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Marcel Fischer 

Die Debatte um Jörg Drews ist entschieden. Drei Fraktionen des Stadtrates, die insgesamt 20 von 33 Stadträten umfassen, verteidigen Drews. Dazu kommen noch der AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse sowie der ehemalige NPD-Kreisvorsitzende Marco Wruck. Ein klarer Sieg nach Punkten und soweit auch ziemlich unspektakulär. Das Besondere an der Sache: Die Diskussion wurde entschieden, ohne dass sie geführt wurde. Tenor der nichtgeführten Diskussion: „Er schafft Arbeitsplätze und spendet.“ „Nur wer ebenso viel leistet wie Drews, darf ihn kritisieren.“ Die CDU-Fraktion beschwor sogar das Bild einer DDR 2.0.

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Bautzen – die verpasste Chance (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Marcel Fischer 
Glaubt man den Kommentaren in Facebookgruppen aus und über Bautzen ist die Spreestadt eine schöne und vor Allem einzigartige Stadt. Schön ist Bautzen auf jeden Fall, aber einzigartig? Nein, das ist die Stadt nichtmal in Ostsachsen. Hoyerswerda, Görlitz und Zittau haben beispielsweise ähnliche Einwohnerzahlen wie Bautzen. Insbesondere Görlitz hat eine Altstadt, die Bautzen in nichts nachsteht. Die Städte haben auch noch eine weitere Gemeinsamkeit: ein Bevölkerungsrückgang im Vergleich zu 1990. Die Tendenz ist weiter sinkend. Bautzen – die verpasste Chance (Gastbeitrag) weiterlesen

Bautzen, nur ein Abenteuer (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Michael Beyerlein 

Vor etwa 16 Monaten kam ich vom Erzgebirge nach Bautzen. Viele Menschen warnten mich. Wie kannst Du freiwillig in die Oberlausitz gehen? Meine Frau weigerte sich mitzugehen, sie lässt sich sogar scheiden. Aber trotzdem nahm ich das Angebot an. Ich will ja den Kirchen helfen mit den Geflüchteten zurecht zu kommen. 

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Keine Toleranz für Intoleranz!

Mein persönliches Ergebnis zur Aussage des OB Ahrens, ich müsse am “Aspekt der Toleranz” arbeiten: Das werde ich nicht. Keine Toleranz für Intoleranz, Reichsbürger und Antidemokraten.
 
Es ist wichtiger zu diesen Strukturen zu recherchieren und sie zu dokumentieren. Deshalb verschwende ich meine Freizeit fortan nicht mehr in Projekten wie “1000 Jahre Friede zu Bautzen“, sondern werde wieder mehr recherchieren, twittern und vor allem bloggen!

Kritisches und Alltägliches aus dem Leben in Bautzen/Budyšin