Archiv der Kategorie: Bautzen

Ein kurzer Demorückblick in drei Tweets

Heute fand in Bautzen das Picknick und die Demo “Kein Platz für Rassismus – (Alltags-)Rassismus widersprechen” statt. Für heute nur ein kleiner Einblick in drei Tweets. Mehr Text folgt morgen!

Kein Platz für Rassismus – (Alltags-)Rassismus widersprechen

Am Sonntag, den 17. Juni 2018, wollen wir in Bautzen ein Zeichen gegen den alltäglichen Rassismus, der in unserer Gesellschaft stattfindet, setzen. Gegen den Rassismus, der Menschen im Supermarkt, in Schule und Kindergarten, in Bahn und Bus, aber auch in Behörden widerfährt. Ein Rassismus, der für viele Menschen, die nicht davon betroffen sind, unsichtbar bleibt und deshalb nicht als Problem wahrgenommen wird.

 
Wir treffen uns um 14 Uhr auf dem Kornmarkt in Bautzen und werden dort ein gemeinsames Picknick veranstalten: Packt Decken, Essen und Getränke (keine Glasflaschen!) ein, nehmt Freund*innen und Nachbar*innen mit und kommt auf den Kornmarkt. Teilt Eure Decken und das Essen mit anderen Menschen, knüpft neue Kontakte, informiert und vernetzt Euch!

 
Im Anschluss an das Picknick, bei dem es Redebeiträge zum Thema Alltagsrassismus geben wird, werden wir zu einer Demonstration mit Zwischenkundgebungen und Redebeiträgen zu Asylrechtsverschärfung, Rechte für Geflüchtete und dem Umgang des Staates mit schutzbedürftigen Menschen aufbrechen.
Es wird zudem die Möglichkeit geben, sich über (Alltags-)Rassismus und den Umgang damit zu informieren.

 
Als Ende der Veranstaltung ist ca. 17 Uhr angepeilt.

Protokoll des Behördenversagens (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Bruno Rössel (Helferkreis Neukirch und Pate bei „Bautzen bleibt bunt“)

Schließung der Gemeinschaftsunterkunft Neukirch:
Wie die Bautzener Ausländerbehörde Integrationsverweigerung betreibt und die Öffentlichkeit belügt.

Am 17. Januar klingelte bei den Aktiven des Neukircher Helferkreises, der seit einigen Jahren schon Geflüchtete beim Ankommen im Ort unterstützt, das Telefon. Die Ausländerbehörde des Landkreises Bautzen teilte mit, dass die Gemeinschaftsunterkunft im Ort zum 30. April 2018 geschlossen werde – und bot Zusammenarbeit an. Ein Angebot, das uns überraschte – die Antirassist*innen und Unterstützer*innen von Geflüchteten im Landkreis wissen, was gemeint ist – und mit Hoffnung erfüllte. Hoffnung darauf, dass es uns gelingen könnte, wenigstens die Asylsuchenden in Neukirch zu halten, die eine Arbeit gefunden, eine Ausbildung begonnen haben, oder in der Umgebung zur Schule gehen. Sie alle haben Pat*innen und Freund*innen gefunden, und enorme Fortschritte bei der Integration erzielt. Dass diese Hoffnung enttäuscht werden sollte, ahnten zu diesem Zeitpunkt wohl nur wenige.

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Die Abwesenheit von Naziaufmärschen beutetet nicht die Abwesenheit von Nazis

Immer wieder bekommt man zu hören, dass Angriffe auf junge Refugees und junge Linke nur ein „Streit unter Jugendlichen“ sei, dass sie sich ja gegenseitig provoziert hätten. Das macht traurig, wenn man die Situation hier erlebt und immer wieder davon berichtet bekommt. Deshalb bin ich dankbar, dass sich das Integrationsteam Steinhaus Bautzen die Mühe gemacht hat und in der Zeit vom 25. März bis zum 10. April 2018 „Alltagserfahrungen“ von Frauen in Bautzen zusammengestellt hat. Diese wurden in einer Sektion bei der Konferenz „Polizei – Nächstenliebe – Zivilgesellschaft“ in Bautzen diskutiert. Ich gebe Euch die Stichpunkte der Auswertung hier wieder. Sie geben einen guten Überblick, in welchen Situationen sich Frauen in Bautzen im Alltag bewegen müssen, was sie dazu sagen, aber auch offene Fragen, die bei ihnen zurück bleiben. Ich habe die Zusammenstellung der Aussagen, die vom Integrationsteam erhoben wurden, nicht weiter bearbeitet. Sie sind aus meiner Sicht so eindrücklich und schockierend, dass ich keine redaktionelle Bearbeitung vornehmen möchte.

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Welche Strategie verfolgt die Neue Rechte? Teil II (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Birgit Kieschnick

Heute: Neue Rechte in Bautzen – Besetzung des öffentlichen Raumes

2014 drückte man mir auf dem Kornmarkt einen Zettel in die Hand – „Ist ja schön, dachte ich, dass es wieder mal Friedensdemonstrationen gibt!“ Da ich am Montag immer vor meiner Sport-Stunde am Kornmarkt vorbeikam, hörte ich auch den Rednern zu. Mir war recht schnell klar, dass hier was nicht stimmt. Welche Strategie verfolgt die Neue Rechte? Teil II (Gastbeitrag) weiterlesen

Bautzen und die Sorge ums Image – eine Initiativbewerbung als Marketingleiter von Siegfried Heilmann (Gastbeitrag)

Dieser Beitrag kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

Bewerbung als Marketingleiter

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich auf die bald entstehende Stelle als Leiter des Stadtmarketings bewerben. Meine persönlichen Daten können sie meinem Lebenslauf entnehmen. Lassen sie mich Ihnen hier lieber meine Vision für Bautzen vorstellen.

Wir müssen die Schwächen der Stadt in Stärken umwandeln. So  macht es beisspielsweise die Biermarke Sternburg. Jedem ist klar, dass Sternburg nur von Punks und Hartzern getrunken wird. Und genau damit wirbt Sternburg. Bautzen hat kein Naziproblem, Bautzen hat eine Zielgruppe: auf RECHTE Deutsche.
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„Bautzen als Bayern München der Minderheitenpolitik“: Deutsch-Sorbisches Miteinander

Hier nur einige wenige Sätze zum heutigen Stadtrat und dem deutsch-sorbischen Miteinander, da mir eigentlich die Zeit zum Schreiben fehlt…

In der Sitzung des gab es heute einen Impulsvortrag von Thede Boysen, der den Stadträt*innen dazu dienen sollte eine Ideenkonferenz zum deutsch-sorbischen Miteinander in der Stadt vorzubereiten.

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Welche Strategie verfolgt die Neue Rechte? (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Birgit Kieschnick zu dem Artikel in der SZ vom 16.02.2018 zu den Ausfällen der AfD und der geäußerten Empörung durch Ministerpräsident Kretschmer.

Es lohnt sich, dazu den französischen Vordenker der Neuen Rechten  Alain de Benoist zu zitieren – sein Buch ist erschienen unter dem kämpferischen Titel: “Kulturrevolution von rechts”.

Benoist entwickelte in den frühen 80ern eine diskursive Strategie, die die deutschen Kulturrevolutionäre der Neuen Rechten sich heute begeistert aneignen: “Der Staat”, schreibt er, “kann den Besitz von Waffen oder die Verwendung von Sprengstoff verbieten, aber kann nur sehr schwer, ohne das Prinzip der freien Meinungsäußerung anzutasten, die Verbreitung eines Buches oder die Aufführung eines Schauspiels verbieten, die jedoch, wenn es darauf ankommt, Waffen darstellen können, die gegen ihn gerichtet werden”. Was Benoist meint: Besteht auf Eurem Recht, öffentlich Eure Meinung zu sagen – solang, bis es euren liberalen Gegnern zu viel wird – und sie ihre eigenen Wertvorstellungen aufgeben müssen. Kurzum: Lasst das System an sich selbst zugrunde gehen. (entnommen einem Beitrag im DLF von Kolja Mensing) Welche Strategie verfolgt die Neue Rechte? (Gastbeitrag) weiterlesen

Kommentar: Bautzen – dein Image (Gastbeitrag)

Gastbeitrag von Marcel Fischer

Bautzen: Hauptstadt der Sorben, Stadt der Türme, Standtort der ersten Simultankirche Deutschlands. Das ist Bautzen. Und über die schönen Seiten Bautzens lässt sich stundenlang reden. Trotzdem hat die Stadt insbesondere den Ruf als „Knaststadt“. Eine, von der Stadt in Auftrag gegebene, Studie kommt zu dem Schluss, dass beim Marketing noch Luft nach oben ist [1]. Deshalb sollen jetzt die internen Strukturen verändert werden. Das ist wichtig und richtig, wird aber nicht ausreichen, denn Bautzen hat auch noch ein anderes Imageproblem: Bautzen gilt als Nazihochburg. Kommentar: Bautzen – dein Image (Gastbeitrag) weiterlesen