Bautzen: Kurz notiert II

Gestern fand ich in meinem Briefkasten einen Flyer „Antifa Ausstieg JETZT!“ sowie ein Faltblatt „Die Asyl Krise“ mit dem ich direkt auch ein Probeabo der „Jungen Freiheit“ abschließen kann.

Diese Flyer fanden sich nur in meinem Briefkasten. Nachbar*innen und Freund*innen, die ich fragte, erhielten sie nicht. Ich frage mich, warum ich bspw. den Flyer zum „Antifa Ausstieg“ in meinem Briefkasten hatte.

Auf der Vorderseite des Flyers prangt über einer Silhouette von Sehenswürdigkeiten aus Deutschland die Aufforderung „Deutschland lieben lernen!“ Das muss ich nicht! Grundsätzlich mag ich Deutschland. Es ist ein recht freies Land, in dem jede*r fast so leben kann, wie er oder sie es möchte. Ich mag die Landschaften und die Jahreszeiten. Ich mag das „deutsche“ Wetter, die Meere und auch die Berge. Ich mag auch die meisten Menschen, die in dem Land leben. Ich muss Deutschland nicht lieben lernen: Ich liebe es! Und genau deshalb setze ich mich für den Erhalt der Demokratie und gegen rechtsextreme und reichsbürger(nahe) Strukturen ein.

Auf der Rückseite des Flyers wird dann „Mein Weg zurück zur Demokratie“ aufgezeigt und Beratung und Hilfe angeboten. Wer auch immer das in meinen Briefkasten gesteckt hat: Die Hilfe benötige ich nicht! Ich bin eine Demokratin, wenngleich ich aus bestimmten Blickwinkeln vielleicht anders wirke. Ich denke aber, dass die Menschen, die den Flyer und das Faltblatt in meinen Briefkasten warfen, Hilfe benötigen.

Weder ich noch andere Menschen, die sich gegen Nazis, Reichsbürger und alle weiteren Antidemokrat*innen stellen, benötigen Hilfe!

Und wenn mir jemand damit zeigen wollte, dass er oder sie weiß, wo ich wohne: Das ist kein Geheimnis und mir ist bewusst, dass bestimmte Kreise meine Adresse teilen und sehr stolz darauf sind, die Adresse zu haben. Da die Adresse aber im Impressum dieses Blogs, im Telefobuch etc. steht, ist das keine Leistung, auf die Ihr stolz sein müsst!

Ein Gedanke zu „Bautzen: Kurz notiert II“

  1. Klasse, du zeigst eine klare Linie. Wir brauchen keine Anweisung für Demokratie, wir tragen sie in uns. Wir lieben unser Lamd, aber nicht alle Bewegungen, die sich nicht an demokratische Richtlinien halten.

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