Der geteilte „Friede zu Bautzen“/„Bautzener Frieden“

Ein historisches Ereignis gibt Menschen in Bautzen am 30. Januar Grund zum Feiern und dies nehmen gleich zwei Initiativen zum Anlass an diesem Tag jeweils eine Veranstaltung auszurichten. Und nein, viele Außenstehende, die an Bautzen denken, werden jetzt an Nazis denken und assoziiert mit dem Datum kommt einem unweigerlich ein Ereignis in den Sinn, das 85 Jahre zurückliegt. An diesem Tag im Jahre 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Es ist nicht auszuschließen, dass auch dieses historische Ereignis für einige Menschen in der Stadt ein Grund zum Feiern ist. Hier soll es allerdings um ein anderes Ereignis gehen, das 1000 Jahre zurückliegt und in der deutschen Erinnerungskultur kaum bis gar nicht verankert ist: Der Friedensschluss zu Bautzen, der einen 15 Jahre andauernden Krieg beendete. Auf der einen Seite wird ein breites bürgerliches Bündnis am Tag des Friedensschlusses ein Festjahr feierlich eröffnen. Auf der anderen Seite wird der umstrittene „Bautzener Frieden“ an diesem Tag nicht zum ersten Mal den „Bautzener Friedenspreis“ verleihen. Beide Veranstaltungen finden in Räumen des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters statt: Die erste Veranstaltung findet unter Mitwirkung der Stadt Bautzen, des Steinhauses, des Sorbischen Institutes und einiger anderer Akteure auf der Ortenburg, dem Ort des historischen Friedensschlusses statt. Die Veranstaltung des „Bautzener Friedens“ wird im großen Haus durchgeführt werden.

Nicht zum ersten Mal verleiht am 30. Januar der „Bautzener Frieden“, der im Jahr 2014 im Kontext der umstrittenen Montagsmahnwachen entstand, seinen Friedenspreis. Erstmals wurde der Preis im Jahr 2015 verliehen und bekam im Jahr 2016 dann Aufmerksamkeit der lokalen Presse geschenkt. Es wurde bereits zu dieser Zeit von Menschen in der Stadt kritisch gesehen, vor allem aber von außen mit einer kritischen Auseinandersetzung begleitet. Zudem wurde etwa von „Friedensdemo Watch“ eine Recherche zu der Gruppierung in Bautzen veröffentlicht, die teilweise überholt, aber dennoch lesenswert ist.

Die Mitglieder des „Bautzener Friedens“ tingelten zuletzt durch Institutionen und Geschäfte in der Stadt und warben für die die Preisverleihung und die Gruppierung an sich. Auch auf Facebook und ihrer Homepage werben sie stark für ihre Veranstaltung. Wie schon bei der letzten Preisverleihung im Jahr 2016 (nach meiner Information fiel die Verleihung des Preises im Jahr 2017 aus) werden in diesem Jahr zwei Personen einen Preis erhalten. Zum einen Eugen Drewermann und zum anderen Rainer Rothfuß.

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